Prof. Dr. Michael Kaschke, Vorsitzender des Vorstands der Zeiss Gruppe, konnte bei der Bilanzpressekonferenz erfreuliche Zahlen präsentieren. (Foto: Zeiss)
Der Umsatz der Zeiss-Gruppe wuchs im vergangenen Geschäftsjahr um 9 Prozent auf 5,8 Milliarden Euro. Alle Sparten und Regionen trugen zur positiven Entwicklung bei. Nur das Geschäft mit Fotoobjektiven erfüllte nicht die Erwartungen.

Die Zeiss-Gruppe ist weiter auf Wachstumskurs. Im abgeschlossenen Geschäftsjahr 2017/18 (Bilanzstichtag: 30. September 2018) stiegen Umsatz und Gewinn auf einen neuen Höchststand. Der Umsatz wuchs um 9 Prozent auf 5,817 Milliarden Euro (Vorjahr: 5,348 Mrd. Euro). Bereinigt um Währungseffekte sind es sogar 12 Prozent. Beim Gewinn konnte die nachteilige Währungsentwicklung vollständig kompensiert werden, sodass das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) mit 772 Millionen Euro leicht über dem Niveau des Vorjahres (770 Mio. Euro) lag. Die EBIT-Marge lag bei 13 Prozent. Der Auftragseingang stieg um 7 Prozent auf 6,046 Milliarden Euro.

Alle vier Sparten trugen positiv zum Ergebnis der Zeiss-Gruppe bei

„Alle Zeiss-Sparten und -Regionen trugen zu diesem hervorragenden Ergebnis bei. Besonders unsere innovativen Produkte für die Halbleiterfertigung und in der Medizintechnik sorgten für eine Wachstumsdynamik, die deutlich über dem Markt liegt“, sagte Prof. Dr. Michael Kaschke, Vorstandsvorsitzender von Zeiss. Er ergänzte: „Wir haben ein starkes zukunftsgerichtetes Portfolio und überzeugen unsere Kunden mit führenden Hochtechnologie-Lösungen, einem umfassenden Serviceangebot und einer starken Marke.“

Alle vier Sparten trugen positiv zum Ergebnis der Zeiss-Gruppe bei, entwickelten sich aber unterschiedlich dynamisch: Die Sparte Industrial Quality & Research, die aus Industriemesstechnik und Mikroskopielösungen besteht, profitierte weiter von der stabilen Nachfrage nach Messtechnik im Bereich Automotive. Sie federte so die schwächere Entwicklung im Mikroskopiegeschäft ab. Die Sparte Medical Technology war trotz erheblich negativer Währungseinflüsse der Wachstumstreiber in den Direktgeschäften. Sie setzte sich mit Produktinnovationen gegen die starke Konkurrenz aus den USA und Japan durch.

Fotoobjektive bleiben hinter den Erwartungen zurück

Auch die Sparte Consumer Markets, bestehend aus den Bereichen Vision Care und Consumer Products, wuchs mit ZEISS Markengläsern in nahezu allen Märkten über dem Markt – besonders in China, Brasilien und anderen Schwellenländern, aber auch in Europa. Das Geschäft mit Fotoobjektiven hingegen erfüllte, bedingt durch die allgemeine negative Marktentwicklung der Fotografie, nicht die Erwartungen. Als Ergebnis hoher Investitionen in Forschung und Technologie, aber auch in Kapazitäten konnte die Sparte Semiconductor Manufacturing Technology mit über 25 Prozent wiederum ein sehr starkes Wachstum realisieren.

China jetzt zweitgrößter Absatzmarkt nach den USA

Die Zeiss-Gruppe erzielte 2017/18 rund 90 Prozent ihres Umsatzes außerhalb Deutschlands. Die positive Geschäftsentwicklung wurde weiterhin besonders von den sich dynamisch entwickelnden Volkswirtschaften in der Region APAC getragen. China wächst mit Direktgeschäften um 21 Prozent und löst erstmals Deutschland als zweitgrößten Absatzmarkt nach den USA ab. Zeiss konnte in der Region EMEA mit einem Umsatzplus von 4 Prozent weiter wachsen. Mit einem Wachstum von 5 Prozent war das Optikunternehmen auch in der Region Americas wieder auf einem guten Wachstumskurs.

Die Zahl der Mitarbeiter stieg weltweit um 9 Prozent. Schwerpunkt des Aufbaus war Deutschland mit über 700 neuen Mitarbeitern. Zum Stichtag 30. September 2018 beschäftigte Zeiss in seinen weltweiten Unternehmenseinheiten rund 30.000 Mitarbeiter. Erneut wurden die Mitarbeiter am Unternehmenserfolg beteiligt. „Die positive Entwicklung des Geschäftsjahres 2017/18 bestätigt, dass wir mit unserer Unternehmensstrategie ZEISS Agenda 2020 auf dem richtigen Kurs liegen. Schwerpunkte dieser Agenda sind der Fokus auf den Erfolg unserer Kunden, aber ebenso auf marktbeeinflussende Innovationen sowie Investitionen und die Erhöhung unserer Wettbewerbsfähigkeit“, fasst Kaschke die Geschäftsjahresbilanz zusammen.

Ausblick: „Das 6-Milliarden-Umsatzziel fest im Visier“

Das Wirtschaftswachstum geht derzeit sowohl in den Industrie- als auch den Schwellenländern zurück und die Risiken im Welthandel steigen mit zunehmenden Handelshemmnissen. Zeiss ist mit seiner Unternehmensstrategie, der  „ZEISS Agenda 2020“ gut gerüstet, um diesen Risiken zu begegnen und sich weiter dynamisch zu entwickeln. „Auch wenn die Dynamik in den Sparten und Regionen angesichts der Konjunkturaussichten unterschiedlich ausfallen wird, werden wir in Summe weiter organisch bei einer stabilen EBIT-Rendite wachsen. Mit unserem konsequenten Fokus auf Innovationen, Investitionen und auf Expansion haben wir das 6-Milliarden-Umsatzziel fest im Visier“, so die Prognose von Kaschke für das Geschäftsjahr 2018/19. Wachstumstreiber würden weiterhin die Hochtechnologielösungen des Unternehmens sein, die bei allen wesentlichen Zukunftstrends eine wichtige Rolle spielten – von der Digitalisierung über Industrie 4.0 bis zu Gesundheit in der alternden Gesellschaft.