Weihnachtsgeschäft 2020: In der Vorweihnachtszeit wird der Ansturm auf Shoppingcenter und Einkaufsstraßen wegen der Corona-Pandemie voraussichtlich geringer ausfallen als sonst. (Foto: pxhere.com)

Weihnachten 2020 steht unter dem Einfluss der Corona-Pandemie und deren Auswirkungen. Die Folgen: Weniger frequentierte Innenstädte und Einkaufszentren, dafür weiterer Zuwachs für den Onlinekanal im Weihnachtsgeschäft.

Der Lebensmitteleinzelhandel (LEH) lockt bereits seit einigen Tagen mit dem alljährlichen Angebot an festlichen Fressalien. Lebkuchen, Spekulatius, Printen und Marzipankartoffeln – alles wie gehabt. Weihnachten im Zeichen der Pandemie wird für den LEH kaum anders verlaufen als sonst. Hingegen blicken andere Bereiche des Handels mit Sorgenfalten auf das bevorstehende Weihnachtsgeschäft.

Die ersten Weihnachtsmärkte wurden bereits abgesagt. Und dass Konsumenten auf der Jagd nach Weihnachtsgeschenken wie gewohnt die Innenstädte und Einkaufszentren stürmen, scheint zumindest fraglich. Viele werden in diesem Jahr zuhause bleiben und ihre Einkäufe eher online tätigen. Darauf deuten jedenfalls die neuesten Daten des bevölkerungsrepräsentativen „Corona Consumer Check“ hin. Diesen führt das Institut für Handelsforschung (IFH) Köln in Zusammenarbeit mit Sitecore und ecx.io durchführt.

Weihnachtsgeschäft unter besonderen Voraussetzungen

Demnach rechnen 77 Prozent der Deutschen damit, dass die Weihnachtszeit in diesem Jahr wegen Corona unter besonderen Voraussetzungen stattfinden wird. Die Mehrheit der für den Corona Consumer Check Befragten gab an, Weihnachtsmärkte und Innenstädte in der Weihnachtszeit meiden zu wollen. Die Auswirkungen der Pandemie auf das Weihnachtsgeschäft deuten 61 Prozent negativ.

Corona beeinflusst das Weihnachtsgeschäft

43 Prozent der Befragten erwarten dieses Jahr ein verändertes Einkaufsverhalten in der Weihnachtszeit. 41 Prozent erklärten, den Großteil der Weihnachtseinkäufe online tätigen zu wollen. Nur etwa ein Drittel gab an, sich von der Corona-Pandemie nicht in ihrem Einkaufsverhalten in der Weihnachtszeit beeinflussen zu lassen. Was allerdings nicht automatisch bedeutet, dass sie nicht auch online einkaufen.

Online wie so oft der große Gewinner

Der Onlinekanal ist nach wie vor Gewinner der Coronakrise – und das zeigt sich auch im Weihnachtsgeschäft. Laut Corona Consumer Check wächst der Anteil der Konsumenten, die in diesem Jahr ihre Weihnachtseinkäufe online statt stationär kaufen werden, um zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit wären die Weihnachtseinkäufe stationär und online nahezu gleich verteilt (52 Prozent stationär, 48 Prozent online).

Die große Gefahr für den stationären Handel besteht darin, dass die Kanalwechsler am Bestellen von der Couch Gefallen finden und auch in Post-Corona-Zeiten Innenstädte und Einkaufszentren meiden.