Nur einige Meter von der Seebrücke entfernt ist im Ostseebad Zingst ein ca. 17 Meter großer Pottwal gestrandet. Der Kadaver ist nicht echt, es handelt sich um ein Kunstobjekt, das im Rahmen des Umweltfotofestivals „horizonte zingst“ gezeigt wird. (Foto: Simone Marks)
Einen Tag vor Beginn des Umweltfotofestivals horizonte zingst erschüttert ein nie da gewesenes Ereignis Bewohner und Besucher des Ostseebades. Nur einige Meter von der Seebrücke entfernt ist ein ca. 17 Meter großer Pottwal gestrandet.

Wer heute oder in den nächsten Tagen am Zingster Ostseestrand inmitten des Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft spazieren geht, erblickt ein überraschendes Bild. Wenige Meter von der Zingster Seebrücke entfernt ist ein ca. 17 Meter großer Pottwal gestrandet. Wissenschaftler, verhüllt mit weißen Schutzanzügen und Atemschutzmasken, untersuchen den Kadaver des Tieres um die Todesursache zu ermitteln.

Immer wieder bleiben vorbei spazierenden Passanten fassungslos stehen. Niemand will so wirklich glauben, was er hier sieht – aber tut es irgendwie dann doch. Die Szenerie ist real, der Wal aber ist es nicht. Es handelt sich um ein Kunstobjekt des Künstlerkollektivs „Captain Boomer“. Zingst hat sich entschlossen gemeinsam mit Olympus und dem Autohaus Neu diese Aktion zum Umweltfotofestival horizonte zingst zu präsentieren und somit das Thema des Festivals zu vertiefen.

Gestrandeter Plastik-Wal regt zum Nachdenken an

Die Aktion des internationalen Künstlerkollektivs „Captain Boomer“ im Rahmen des Umweltfotofestivals horizonte zingst sorgt für viel Aufsehen. Der aus recyceltem Plastik bestehende Wal wurde mit Hilfe des Teams vom Bauhof Zingst und der Firma Döring mit großem Radlader und 16-Tonnen-Bagger an das Strandufer gelegt. Schauspieler in weißen Overalls geben sich als Forscher der fiktiven „International Whale Organisation“ aus und verstärken dadurch den Eindruck, dass es sich dabei wirklich um einen echten Wal handelt.

Der von belgischen Künstlern gestaltete 17 Meter lange Wal soll auf das Umweltfotofestival aufmerksam machen. Dort werden Aspekte wie Klimawandel, die Plastikvermüllung in den Meeren, deren Folgen und die sichtbaren Naturveränderungen thematisiert. Seit zehn Jahren taucht der Wal immer wieder in verschiedenen Großstädten. Er strandete bereits in Paris, London und Warschau und lässt die Grenze zwischen Realität und Fiktion verschwimmen. Der Pottwal spricht jeden an, unabhängig von seinem sozialen oder kulturellen Hintergrund.

horizonte zingst flankiert Aktion mit korrespondierenden Fotoausstellungen

Wichtig ist der Ort, an dem sich alle treffen. „Die Strandung hat eine wichtige pädagogische Dimension. Zusammen mit echten Wissenschaftlern liefern wir reichlich Informationen über Pottwale und warum sie am Strand sind. Das Publikum erlebt eine wissenschaftliche Präsentation. Diese realistische Aufmachung und die teils heftigen Reaktionen sind nötig, um Aufmerksamkeit für dieses Anliegen zu bekommen“, so Captain Boomers Kollektiv.

Wesentlich bei dieser Aktion ist die Einbettung in das Umweltfotofestival und die korrespondierenden Ausstellungen. Die befassen sich mit Themen rund um die Meere, um Überflutungen, bedrohte Tierwelten und Klimawandel. Für die Ausstellungen wurden internationale Fotografen gewonnen, die sich mit ihrem Engagement an die Seite des Collective Captain Boomer stellen.