Ihre nächsten Passfotos kann Erika Mustermann womöglich nicht mehr beim Fotografen oder Fotofachhändler ihrer Wahl anfertigen lassen. (Foto: BMI)

Schlechte Zeiten für Passfälscher! Damit Passfotos nicht digital bearbeitet werden können, sollen sie künftig unter Aufsicht der Behörde im Meldeamt geschossen werden. Fotografen und Fachhändlern droht der Verlust ihres Brot-und-Butter-Geschäfts.

Um für mehr Sicherheit bei Passfotos zu sorgen, sollen sie zukünftig nur noch unter staatlicher Aufsicht der Passbehörde aufgenommen werden. Dies geht aus einem Gesetzesentwurf des Bundesinnenministeriums hervor. Was dieser Entwurf nicht berücksichtigt: Deutschen Fotohändlern drohen dadurch Umsatzeinbußen in Millionenhöhe. Schließlich ist das Geschäft mit Passfotos ein wichtiges Standbein des Fachhandels. Dagegen protestieren jetzt auch der Handelsverband Deutschland (HDE) und der Handelsverbandes Technik (BVT).

„Existenzielle Bedrohung für viele mittelständische Unternehmen“

„Da die Fotohändler mit der Erstellung der Passfotos nicht nur den höchsten Deckungsbeitrag erzielen, sondern dieser Service auch maßgeblich für Kundenfrequenz in den Geschäften sorgt, würde dieser Plan Millionenumsätze im Handel vernichten. Angesichts der ohnehin angespannten Lage im stationären Einzelhandel stellt dies eine existenzielle Bedrohung für viele mittelständische Unternehmen dar“, so HDE-Präsident Josef Sanktjohanser und der Vorstandsvorsitzende des BVT, Frank Schipper, in einem Brief an Bundesinnenminister Horst Seehofer.

„Sichere Erstellung von Passfotos auch im Fotohandel realisierbar.“

Es sei richtig und wichtig, Manipulationen bei der Pass- oder Personalausweisbeantragung zu verhindern. Der Handel unterstütze dies ausdrücklich. Allerdings brauche es dafür kein faktisches Verbot der Erstellung von Passfotos im Fotohandel. Denn über eine Zusammenarbeit von Privatwirtschaft und Behörden seien im Handel die gleichen Sicherheitsstandards realisierbar.

Sichere Lösungen für Erstellung und Übermittlung von Passfotos in Arbeit

„Derzeit arbeiten namhafte Händlergruppen gemeinsam mit den Herstellern von Passbild-Stationen, dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik und Softwareherstellern bereits an einem Konzept, das sichere, bruchfreie und einfache Bildübertragung an die Passbild-Amter gewährleistet und damit geeignet ist, Ihre nachvollziehbaren Ziele ebenso gut zu erreichen“, so Sanktjohanser und Schipper in ihrem Brief.

Passbilder: Gesetzesentwurf bringt den Fotofachhandel auf