Dürfen Fotografen und Fotofachhändler bald keine Fotos für Ausweispapiere wie den Personalausweis erstellen? (Foto: BMI)
Um Dokumentenfälschungen wirksamer entgegenzuwirken, sollen Passbilder für Ausweisdokumente künftig nur noch bei Antragstellung und unter Aufsicht angefertigt werden. Dies berichtet „Heise Online“ und beruft sich dabei auf einen Gesetzentwurf aus dem Bundesinnenministerium.

Müssen Fotografen und Fotofachhändler um eines ihrer Kerngeschäfte fürchten? Zukünftig sollen Passbilder für Ausweispapiere wie Personalausweis, Reisepass und Führerschein nur noch unmittelbar bei der Antragstellung und dann auch nur unter Aufsicht angefertigt werden. Dies berichtet der Branchendienst „Heise Online“ und verweist auf einen entsprechenden Referentenentwurf aus dem Bundesinnenministerium.

Darin wird ein Gesetz zur „Stärkung der Sicherheit im Pass- und Ausweiswesen“ skizziert, welches unter anderem die Fälschungssicherheit von Ausweispapieren stärken soll. Biometrisch korrekte Fotos, aufgenommen vom Fotografen oder Fachhändler, wären demnach für die Verwendung in Ausweispapieren nicht mehr zulässig.

„Teilweise panische Reaktionen“: Fotofachhandel in Sorge

„Grundsätzlich ist höchste Sorge angebracht. Denn der mögliche Wegfall des Passbildgeschäftes ist für jeden Fotofachhändler existenzbedrohend“, sagt Michael Gleich, Geschäftsführer der United Imaging Group (UIG). Allerdings befinde sich der politische Prozess bei einem Referentenentwurf noch im Anfangsstadium und müsse noch sehr viele Hürden nehmen, so Gleich.

UIG spricht Handelsempfehlung aus

Dies bietet die Gelegenheit, früh- und vor allem rechtzeitig zu intervenieren. Deshalb ruft Gleich alle UIG-Mitglieder auf, den Bundestagsabgeordneten ihres Wahlkreises anzuschreiben. In diesem Schreiben sollen sie ihm deutlich machen, dass die Überlegungen des Referenten Ihre Existenz bedrohen.

Dabei sei sehr wichtig, keinen einheitlichen Formularbrief zu benutzen. Statt dessen sollen die Mitglieder in eigenen Worten auf die Dringlichkeit der Lage und die Wichtigkeit des Passbildgeschäfts für ihr Unternehmen hinweisen. Auch alle Mitarbeiter sind aufgefordert, ein entsprechendes Schreiben aufsetzen, sodass deutlich wird, dass tausende Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen.

Zugleich will die UIG-Zentrale parallel zu den Aktivitäten ihrer Mitglieder nachdrückliche Schreiben an Bundesinnenminister Horst Seehofer und Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier verfassen.

Alternative zum Passbild-Beamten in Arbeit

Die Zentrale der United Imaging Group arbeitet zudem bereits an einem Konzept, das eine sichere, unterbrechungsfreie und einfache Bildübertragung an die Passbild-Ämter gewährleistet. Hierfür sei man in enger Absprache mit Herstellern von Passbildstationen wie VST und Silverlab. Außerdem seien Softwarehersteller sowie das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) involviert. Dadurch, so Michael Gleich, werde ein noch zu kreierender „Passbildmacher“ auf Beamtenebene obsolet.

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