So alt wie diese Registrierkasse sind die Kassen im deutschen Einzelhandel nicht. Dennoch besteht großer Modernisierungsbedarf. (Foto: Skitterphoto / Pixabay)
Im deutschen Handel sind überwiegend alte Kassensysteme mit noch älterer Software im Einsatz. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie “Kassensysteme 2018” des EHI Retail Instituts. 2018 steht daher ganz im Zeichen der Modernisierung und Anpassung für das Omnichannel-Geschäft.

Ihre Anzahl ist seit Jahren nahezu unverändert, die Menge ihrer Funktionen wächst hingegen stetig. Etwa eine Million Kassen sind im deutschen Handel im Einsatz. Sie sind durchschnittlich 5,2 Jahre alt und vielfach erneuerungsbedürftig. Dies sind nur einige wesentliche Erkenntnisse einer Händlerbefragung, die das EHI Retail Institut für die aktuelle Studie “Kassensysteme 2018” durchgeführt hat.

Laut dieser Erhebung wollen 86 Prozent der Händler ihre Hardware in den nächsten Jahren ganz oder teilweise erneuern. Die Software der Kassen, die durchschnittlich schon fast 7 Jahre (6,9) alt ist, wollen zwei Drittel der Unternehmen in den kommenden zwei Jahren austauschen. 46 Prozent wollen dabei auf ein komplett neues System umsteigen.

Handel setzt auf flexibel anpassbare Kassensoftware

Bei der Auswahl neuer Kassensoftware achten die Händler vor allem auf die Flexibilität des Systems. Für 61 Prozent der Unternehmen ist die schnelle Anpassbarkeit der Software ein sehr wichtiges Kriterium. Für 46 Prozent ist es die Omnichannel-Fähigkeit. Auch die effizientere Abwicklung unbarer Bezahlverfahren steht für die Verantwortlichen der Filial-IT auf der To-Do-Liste. In Zukunft möchten 62 Prozent der Befragten den Anteil unbarer Bezahlung weiter erhöhen. Der Touchscreen als Eingabemedium hat sich über die verschiedenen Branchen hinweg etabliert. Künftig wollen alle Unternehmen Touchscreens einsetzen. 80 Prozent werden auf eine unterstützende Tastatur verzichten. 60 Prozent haben dabei 15 Zoll große Bildschirme im Einsatz, 44 Prozent sogar ganz oder teilweise multitouchfähige Bildschirme.

Schnelle Kommunikation ist das A und O im Omnichannel-Geschäft

Die Breitbandanbindung der Filialen an die Zentralen ist im deutschsprachigen Raum weitgehend zum Standard geworden. Insbesondere für Omnichannel-Services ist eine schnelle Kommunikation wichtig. 70 Prozent der befragten Unternehmen geben an, dass Sie bereits heute den Datenaustausch in Real-/Neartime vornehmen, 92 Prozent streben dies zukünftig an.
Die Verbreitung von unterschiedlichen Self-Checkout- und Self-Scanning-Systemen gewinnt in Deutschland nach Jahren etwas an Dynamik. Bereits heute haben 39 Prozent der Händler Self-Checkout oder Scanning-Systeme im Einsatz. Künftig wollen mehr als die Hälfte (51 Prozent) solche Services anbieten.

Neuer Trend: Kontaktloses Bezahlen mit Karte oder Smartphone

Handelskunden stehen auf kontaktloses Bezahlen mit Karte oder Smartphone, und immer mehr Unternehmen springen auf diesen neuen Trend auf. Aldi Süd war der Vorreiter, zuletzt haben Aldi Nord und Lidl das „Bezahlen im Vorbeigehen“ für Kreditkarten und Smartphones eingeführt. Konkret bedeutet das: Die Kredit- oder Girokarte oder der Chip am Handy ermöglichen die Bezahlung bis 25 Euro ohne Bargeld, ohne PIN-Eingabe und ohne Unterschrift. Lediglich durch das Vorhalten der Karte oder des Handys an das Display, können Kunden wesentlich schneller und bequemer zahlen.

Voraussetzung für das berührungslose Bezahlen sind Karten und Kassenterminals, die mit der sogenannten „Near Field Communication“-Technologie (NFC) versehen sind. Die Nahfeldkommunikation bezeichnet eine kabellose Datenübertragung über kurze Distanz. Mit einem Abstand von maximal 4 cm muss die Karte bzw. das Smartphone vor das Terminal gehalten werden und ist somit genauso sicher wie eine herkömmliche Kartenzahlung.