Die PEN E-P1 war Olympus' erste Spiegellose Systemkamera nach Micro Four Thirds Standard und kam 2009 auf den Markt. (Foto: Julien Min GONG)
Kurzinterview mit Olaf Kreuter, Trade Marketing Manager Olympus, anlässlich des 10-jährigen Jubiläums des Micro Four Thirds Standard in diesem Jahr.
Olaf Kreuter ist Trade Marketing Manager bei Olympus Deutschland und kennt die Bedeutung des Micro Four Thirds Standards für die Entwicklung Spiegelloser Systemkameras. (Foto: Olympus)
Olaf Kreuter ist Trade Marketing Manager bei Olympus Deutschland und kennt die Bedeutung des Micro Four Thirds Standards für die Entwicklung Spiegelloser Systemkameras. (Foto: Olympus)

Herr Kreuter, mit welcher Intention wurde Micro Four Thirds vor zehn Jahren von Panasonic und Olympus entwickelt?
OLAF KREUTER: Im Sommer 2008 kündigten Olympus und Panasonic den neuen Micro Four Thirds Standard und die Entwicklung erster Systemkameras mit Wechselobjektiven an. 2009 stellte Olympus die erste spiegellose Kamera – die PEN E-P1 – vor. Es folgte 2012 das erste Modell der OM-D-Serie, die E-M5. Inzwischen ist das Sortiment an Kameras und M.Zuiko Digital Objektiven eines der größten im Systemkameramarkt. 10 Jahre später wird deutlich, warum Olympus – und inzwischen auch andere Hersteller – die Entscheidung für ein spiegelloses Kamerasystem getroffen haben und diesen Weg seither auch konsequent gehen.

Welche Argumente gibt es für den Wechsel zu spiegellosen Systemen?
OLAF KREUTER: Wirft man einen Blick auf die Zahlen von 2008, sieht man, dass der Anteil der digitalen Spiegelreflexkameras am gesamten Digitalkameramarkt nur 7 % betrug. Als Film noch das einzige Abbildungsmedium war, sah das grundlegend anders aus. Warum? Viele Menschen haben ihre analoge Ausrüstung gegen kompakte Digitalkameras getauscht, weil ihnen die Systeme einfach zu groß und zu schwer waren und die Ausstattung der Digitalkamera plötzlich mehr Spielraum bot. Olympus und Panasonic erkannten frühzeitig das Potenzial dieser neuen Entwicklung und schufen ein System, das deutlich kompakter und leichter war, als die digitalen SLR-Systeme. Und vor allem: genauso leistungsstark.

„Das System ist auf jeden Fall zukunftsfähig“

Wie wichtig war die Etablierung des Micro-Four-Thirds-Standard für die Etablierung Spiegelloser Systemkameras in den letzten Jahren?
OLAF KREUTER: Der Micro Four Thirds Standard war der erste für spiegellose Systemkameras und damit wegweisend. Es folgten andere Lösungen, bei denen aber das Verhältnis zwischen Body und Objektiv nicht ideal ist. Der offene Standard bietet den Anwendern nach wie vor die größtmögliche Flexibilität für den Aufbau ihres Systems.

Von wie vielen Herstellern wird der Standard mittlerweile aktiv unterstützt (durch die Herstellung entsprechender Produkte)?
OLAF KREUTER: Dem Standard haben sich bis heute über 30 Firmen angeschlossen und entsprechende Produkte entwickelt. Auch das zeigt, welches Potenzial das System hat.

Wie bewerten Sie die Perspektiven für die Zukunft des System-Standards?
OLAF KREUTER: Das System ist auf jeden Fall zukunftsfähig, weil Größe und Gewicht positiven Einfluss auf die Mobilität haben und die Bildqualität die Menschen überzeugt. Diese Faktoren sind gerade für Natur- und Tierfotografen extrem wichtig. Dazu kommt, dass trotz der kompakten Bauweise Technologien wie der leistungsstarke 5-Achsen-Stabilisator möglich wurden. Das nahezu telezentrische Design ist für Objektiventwicklungen eine perfekte Basis. Bestes Beispiel ist unsere neue M.Zuiko Digital 1:1.2 PRO Serie, die immer mehr Fans findet.