Haare schneiden auf den Straßen von Sophiatown, einem Stadtteil von Johannisburg, 1958. Zu sehen in der Leica Galerie Wetzlar. (Foto: Jürgen Schadeberg)
Mit einem echten Highlight wartet die Leica Galerie Wetzlar auf. Bis zum 17. Februar 2019 können Besucher Werke des jüngst mit dem Leica Hall of Fame Award ausgezeichneten Fotografen Jürgen Schadeberg bewundern.

Ob seine Aufnahme der singenden Miriam Makeba oder das weltberühmte Bild Nelson Mandelas, der durch die Gitterstäbe seiner ehemaligen Gefängniszelle blickt: Der Fotograf Jürgen Schadeberg hat nie seinen humanistischen Blick auf die Welt verloren. Viele seiner Bilder sind zu zeitlosen Ikonen geworden. Bis zum 17. Februar 2019 sind in der Leica Galerie Wetzlar Werke des kürzlich in die Leica Hall of Fame aufgenommenen Fotografen zu sehen.

Prägende Jahre in Südafrika

Als Bildjournalist und Vertreter der Life Photography hat er sich stets vorurteilsfrei für den Alltag und die Lebensbedingungen seiner Zeitgenossen interessiert. Dabei begegnete er den von ihm porträtierten Menschen stets mit Sympathie und Respekt. Deshalb spielten Nationalität oder Hautfarbe seines Gegenübers für Schadeberg nie eine Rolle. In Berlin geboren und aufgewachsen, verlässt er Deutschland 1950 und etabliert sich in Südafrika als Bildjournalist. Geprägt von den Erfahrungen des europäischen Rassismus, trifft er auf ein tief gespaltenes Land, in dem die schwarze Bevölkerungsmehrheit brutal von der weißen Minderheit unterdrückt wird.

Chronist einer Epoche

Unbefangenheit, Neugierde und Empathie – bilden den Antrieb für Jürgen Schadebergs Arbeit. Immer wieder begibt er sich zum Fotografieren in Situationen und an Orte, vor denen die meisten seiner weißen Kollegen zurückschreckten. Seit 1959 arbeitete er für das Magazin Drum, dem wichtigstem Forum für die schwarze Mehrheitsbevölkerung Südafrikas. Hier wird er zum Chronisten einer Epoche. 1964 muss Schadeberg Südafrika verlassen und arbeitet in den folgenden Jahrzehnten als Freelancer in Europa und den USA. Auch hier bleibt er seiner einfühlsamen Arbeitsweise treu. Erst 1985 kehrt er nach Johannesburg zurück. Bis 2007 entsteht dort das zweite südafrikanische Kapitel seines fotografischen Schaffens.

Für dieses über sieben Jahrzehnte umspannende Lebenswerk und sein unermüdliches, mutiges und gleichermaßen herausragendes Engagement als Fotograf wurde Jürgen Schadeberg am 15. November 2018 mit dem Leica Hall of Fame Award ausgezeichnet.

Die Leica Galerie Wetzlar ist von Montag bis Freitag von 10 bis 20 Uhr sowie Samstag und Sonntag von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.