Die Fotos der Preisträgerin in der LOBA-Kategorie Newcomer, Mary Gelman – hier im grünen Mantel im Gespräch mit Karin Rehn-Kaufmann, Leiterin der insgesamt 21 Leica Galerien weltweit – sind bis zum 5. Mai 2019 in der Leica Galerie Wetzlar zu sehen. (Foto: Leica)
Vom 27. Februar bis zum 5. Mai 2019 präsentiert die Leica Galerie Wetzlar die Ausstellung „Leica Oskar Barnack Award – Gewinner und Finalisten 2018“.

Besucher der Leica Galerie Wetzlar dürfen sich auf eine neue Ausstellung freuen. Die Foto-Schau läuft bis zum 5. Mai 2019. Solange werden hier die beeindruckenden Bildserien der Gewinner des Leica Oskar Barnack Awards 2018 und der übrigen Finalisten gezeigt.

Surreale Einblicke aus fremden Welten

Der belgische Fotograf Max Pinckers gewann 2018 mit seiner Bilderserie „Red Ink“ den renommierten Leica Oskar Barnack Award (LOBA). Pinckers beleuchtet mit seiner Arbeit, inwieweit Fotografie tatsächlich die Realität abbilden kann. Hierzu hatte er sein Projekt „Red Ink“ eingereicht, das er unter strenger Aufsicht in Nordkorea fotografiert hat. In jeder Aufnahme spielt er geradezu mit der Wahrnehmung des Betrachters.

Den Leica Oskar Barnack Award Newcomer erhielt die aus Russland stammende Fotografin Mary Gelman mit ihrer Serie „Svetlana“. Etwa 150 Kilometer östlich von St. Petersburg liegt Svetlana, eine Einrichtung der anthroposophischen Camphill-Bewegung. Fast zwei Jahre lang besuchte und fotografierte Mary Gelman immer wieder den Ort und seine Bewohner. Svetlana ist eine heilpädagogische Initiative, in der behinderte Menschen selbstständig und fern von Vorurteilen oder Diskriminierung leben und arbeiten.

Bedrohte Wälder in Peru und Kerpen

Zu den Finalisten 2018 gehörte Ernesto Benavides aus Peru mit seiner Bildserie „Dredges“. In Peru gehen alljährlich mehrere Hektar Wald durch illegalen Goldabbau verloren. In seiner Serie zeigt Benavides in beeindruckenden Luftaufnahmen den Raubbau an der Natur. Die slowenische LOBA Finalistin Vanja Bucan beschäftigt sich in ihrer Bildserie „Sequences of Truth and Deception“ mit dem ambivalenten Verhältnis zur Natur, das, wie sie sagt, von Dominanz, Ausbeutung und Idealisierung geprägt sei. In Portraits und Stillleben versucht Bucan eine vielschichtige und dekonstruierte Vision der Natur zu erzeugen.

Der aus Italien stammende LOBA Finalist Turi Calafato dokumentiert mit seiner Serie „Amuninni ’u mari (Let’s go to the sea)“ das bunte Treiben auf den Stränden Italiens und beobachtet die Menschen bei ihren täglichen Aktivitäten. Daniel Chatard aus Deutschland dahingegen dokumentiert mit der Serie „Niemandsland“ die angespannte und konfliktgeladene Situation zwischen Umweltaktivisten auf der einen und der Industrie im Rheinischen Braunkohlerevier auf der anderen Seite.

Fischfang und Menschenfang im Meer

Bei dem französischen Fotografen Stephen Dock waren es die Angst vor Frieden und der Nachhall des Krieges, die ihn an Irland interessierten und zu seiner Arbeit „Architecture of Violence“ inspirierten. Alldieweil bewegen sich die Arbeiten des Finalisten Samuel Gratacap, ebenfalls aus Frankreich, im Raum zwischen Fotojournalismus und bildender Kunst. Seit 2007 dokumentiert er das Leben von Flüchtlingen und Migranten, die das Mittelmeer überqueren. In der Serie „Presence“ verbindet er außerdem erstmals Bilder von beiden Seiten des Mittelmeers. Dementsprechend fotografierte er dazu in Italien, Tunesien und Libyen.

Stéphane Lavoué erzählt in seiner Serie „On the Edge of the World“ die Geschichte des Fischfangs. Besser gesagt die derer, die am Ufer bleiben: die Frauen in den Büchsenfabriken und die Arbeiter, die Tonnen von Eis für die Fischlagerung herstellen. Die Arbeiten der Belgierin Elsa Stubbé beflügeln überdies die Vorstellungskraft des Betrachters und erzwingen neue Definitionen der eigenen Umweltwahrnehmung. Ihr aktuelles Projekt „Les extraterrestres ont mangé mon jardin“ zeigt surrealistische Naturaufnahmen voller versteckter Poesie, die die Grenze zwischen Foto- und Konzeptkunst neu ausloten.

Anmeldung für Leica Oskar Barnack Award 2019 startet

Die Reportagen des deutschen Finalisten Christian Werner erzählen bewegende Geschichten über die harte Lebensrealität in Krisengebieten. Seine Serie „Road to Ruin“ zeigt daher Stationen einer Reise durch das Syrien Baschar al-Assads nach dem Fall Aleppos. Wohingegen das Zusammenspiel von Menschen und Natur zu den bevorzugten Themen des Finalisten Kechun Zhang aus China zählt. In seiner Serie „Between the Mountains and Water“ befasst er sich deshalb mit zwei Naturphänomen, die Menschen in China besonders berühren. Mit seinen Bildern erschafft er dementsprechend dokumentarische Artefakte, die den rasanten Puls der Zeit für kurze Zeit anzuhalten vermögen.

Die Ausstellung „Leica Oskar Barnack Award – Gewinner und Finalisten 2018“ ist bis zum 5. Mai 2019 in der Leica Galerie Wetzlar zu sehen und kann montags bis freitags von 10.00 bis 20.00 Uhr sowie samstags und sonntags von 10.00 bis 18.00 Uhr besichtigt werden. Darüber hinaus können sich Berufs- und Nachwuchsfotografen für den Leica Oskar Barnack Award 2019 vom 1. März bis zum 1. April 2019 online unter www.leica-oskar-barnack-award.com bewerben.