29 Prozent der Frauen unter den deutschen Online-Käufern haben Click & Collect bereits ausprobiert, so die Studie des Bitkom.
Online shoppen, im Laden abholen – dieses Prinzip heißt neudeutsch „Click & Collect“. Mehr als jeder vierte Online-Käufer hat seinen Internet-Warenkorb schon im Laden abgeholt. Lieferung zum Wunschtermin hat jeder Zweite schon genutzt.

Alternative Zustellmöglichkeit beim Online-Kauf werden in Deutschland immer beliebter. Das hat jetzt eine repräsentative Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom unter 1.086 Internetnutzern ab 14 Jahren ergeben. Demnach hat mehr als jeder vierte Online-Käufer (26 Prozent) den Service „Click & Collect“ schon einmal genutzt. Vor zwei Jahren waren es erst 22 Prozent. Ein weiteres Fünftel (18 Prozent, 2017: 21 Prozent) will diesen Service in Zukunft gerne nutzen.

Online bestellt, im Laden abgeholt

Mit dem Angebot Click & Collect haben Kunden die Möglichkeit, Produkte online zu bestellen und diese dann im Laden abzuholen. 29 Prozent der Frauen und 23 Prozent der Männer haben das bereits gemacht. In den jüngeren Altersgruppen hat rund ein Drittel den Service genutzt. Im Alter von 14 bis 29 Jahren sind es 32 Prozent, bei den 30- bis 49-Jährigen 33 Prozent. Weniger beliebt ist das Angebot im Alter. Von den 50- bis 65-Jährigen haben 18 Prozent den Service genutzt, in der Altersgruppe 65 Plus sind es 13 Prozent.

„Click & Collect bietet dem Kunden die volle Flexibilität: Die Ware kann – zum Beispiel in Verbindung mit anderen Besorgungen – zu den bekannten Geschäftsöffnungszeiten abgeholt und gleich begutachtet oder ausprobiert werden. Außerdem entfallen für die Kunden Versandkosten oder Wartezeit bei der Post“, sagt Bitkom-Handelsexpertin Julia Miosga.

Online nur reservieren oder gleich bezahlen

Der Händler kann „Click & Collect“ dahingehend ausdifferenzieren, dass er entweder eine Online-Reservierung anbietet oder den ganzen Kaufprozess inklusive Bezahlung online abwickelt. Dann muss der Kunde nicht einmal mehr an der Kasse anstehen, sondern kann sein Produkt direkt abholen und mitnehmen. Beide Fälle setzen ein funktionierendes Omnichannel-Konzept voraus.  Der Kunde muss online Einblick in den stationären Warenbestand bekommen. Nur so kann er sicher sein, dass das Produkt, das er kaufen möchte, auch tatsächlich im Shop vorhanden ist.

Lieferung zum Wunschtermin setzt sich durch

Noch stärker durchgesetzt hat sich unter den neuen Zustellarten nur die Lieferung zum Wunschtermin. Knapp jeder Zweite (46 Prozent) hat bei seiner Online-Bestellung schon einmal ein Wunschfenster angegeben, in dem die Ware zu Hause zugestellt werden soll. 28 Prozent würden diese Möglichkeit gerne in Zukunft nutzen. Eher wenig verbreitet sind dagegen noch die Möglichkeiten von Same Day Delivery und Same Hour Delivery. Lediglich 14 beziehungsweise 6 Prozent haben diese Angebote schon einmal wahrgenommen.

Je rund ein Drittel (36 Prozent Same Day Delivery, 30 Prozent Same Hour Delivery) würde diese Zustellarten aber gern in Zukunft nutzen – etwa, wenn das Angebot am Wohnort oder für die entsprechend bestellten Waren verfügbar ist. Allerdings sagt auch jeder Zweite (50 Prozent), dass er an der Zustellung innerhalb von zwei Stunden nach der Online-Bestellung kein Interesse hat. Bei Same Day Delivery, also der Zustellung am selben Tag der Bestellung, geben dies vier von zehn Befragten (39 Prozent) an.

Deutsche Konsumenten immer aufgeschlossener

Die Ergebnisse der Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat, zeigt, dass sich deutsche Konsumenten zunehmend alternativen Zustellmöglichkeit beim Online-Kauf öffnen. Der Fotofachhandel ist wie der gesamte Einzelhandel gefordert, diesen Impuls aufzunehmen und tragfähige Lösungen zur Verquickung des stationären und des Internet-Geschäfts zu nutzen.