Auf der photokina 2018 angekündigt, ab Ende Juni erhältlich: die leistungsstarke Mittelformat-DSLM GFX100 von Fujifilm. (Fotos: Fujifilm)
Bereits auf der photokina 2018 hatte die Ankündigung der neuen spiegellosen Systemkamera Fujifilm GFX100 für Aufsehen gesorgt. Jetzt ist es soweit: Ende Juni soll das Pixel-Monster mit 102-Megapixel-Sensor und integriertem Bildstabilisator auf den Markt kommen.

Professionelle Bildqualität und beispiellose Detailschärfe – mit der spiegellosen Systemkamera GFX100 hebt Fujifilm die professionelle Fotografie auf ein neues technisches Niveau. Ausgestattet mit einem 102-Megapixel-Sensor mit einer großformatigen Diagonale von 55 mm und einem 5-Achsen-Bildstabilisator ermöglicht das neue Spitzenmodell der GFX Serie anspruchsvollen Benutzern eine überragende Foto- und Videoqualität.

Erste spiegellose Systemkamera mit BSI-Sensor

Die GFX100 hat als weltweit erste spiegellose Systemkamera einen hochauflösenden rückwärtig belichteten BSI-Sensor (BSI = Back Side Illuminated) mit einer großformatigen Diagonale von 55 mm und integrierten Phasendetektions-Pixeln. Im Vergleich zu vorherigen Modellen der GFX Serie hat sich die Autofokus-Geschwindigkeit verdoppelt. Zudem gibt es einen präzisen kontinuierlichen Autofokus mit AF-Verfolgung von sich bewegenden Motiven.

Ultra-hochauflösende Aufnahmen aus der Hand

Weiterhin wartet im Inneren bereits die nächste Weltneuheit: das ins Gehäuse integrierte 5-Achsen-Bildstabilisierungssystem, das bis zu 5,5 EV-Stufen längere Verschlusszeiten erlaubt. Damit sind jetzt sogar ultra-hochauflösende Aufnahmen auch aus der freien Hand möglich. Zudem stehen im Vergleich zu GFX 50S und GFX 50R erweiterte Videofunktionen zur Verfügung. Dadurch sind erstmals in dieser Kameraklasse Bewegtbildaufnahmen in 4K/30p-Auflösung (10 Bit 4:2:2) realisierbar.

Schneller und präziser Phasendetektions-Autofokus

Ebenfalls neue Maßstäbe setzt das Autofokussystem der GFX100. Denn in puncto Geschwindigkeit und Präzision macht ihr bei den Digitalkameras mit sehr großem Sensor keine etwas vor. Die Kamera verwendet dazu als erstes Modell der GFX Serie einen Phasendetektions-Autofokus inklusive eines Algorithmus, der aus der vierten Generation der Kameras der X Serie (X-T3 und X-T30) übernommen wurde.

Der Algorithmus greift auf 3,76 Millionen Phasendetektionspixel zurück, die über die gesamte Sensorfläche verteilt sind (Abdeckung ca. 100 %). Zur Verfügung stehen die Fokusmodi „Einzelpunkt“ sowie „Zone“ und „Weit / Verfolgung“. Darüber hinaus bietet die GFX100 eine deutlich präzisere automatische Scharfstellung mit der Gesichts- und Augenerkennung, die von vielen Mode- und Porträtfotografen inzwischen standardmäßig genutzt wird. Die Gesichtserkennung funktioniert nun über größere Aufnahmeentfernungen, und der AF verfolgt übrigens auch zuverlässig Gesichter im Profil sowie Gesichter, die sich sprunghaft im Bildausschnitt bewegen oder teilweise verdeckt sind.

4K/30p-Video in Cinema-Qualität

Die Kombination aus dem neuen Bildsensor und dem leistungsfähigen X-Prozessor 4 ermöglicht darüber hinaus erstmals mit einer Fujifilm-Digitalkamera, die über einen solch großen Sensor verfügt, die Aufnahme von hochauflösenden Bewegtbildern im 4K/30p-Format (10 Bit 4:2:2 extern und 10 Bit 4:2:0 intern). Im Standardformat 17:9 verwendet die Kamera dabei einen 43,8 × 23,19 mm (49,56 mm diagonal) großen Sensorausschnitt. Dieses Aufnahmeformat ist sogar größer als das vieler aktueller Highend-Cinema-Kameras. Dadurch ist es möglich, mit der GFX100 hochwertige Bewegtbilder mit geringer Schärfentiefe, großem Dynamikumfang und hoher ISO-Empfindlichkeit aufzunehmen.

Fortschrittliches Design- und Bedienkonzept

Als erste spiegellose Systemkamera von Fujifilm besitzt die GFX100 einen eingebauten Hochformatgriff. Dadurch konnte das Gehäuse – trotz des integrierten Bildstabilisators und der zwei Akku-Steckplätze – insgesamt flacher gestaltet werden. Dadurch bietet die GFX100 eine komfortable Griffposition.

Die GFX100 besitzt außerdem zwei zusätzliche Informationsanzeigen. Auf der Oberseite befindet sich ein 4,6 cm (1,8 Zoll) großes LC-Display. Das zweite, ein 5,2 cm (2,05 Zoll) großes Info-Display, befindet sich auf der Rückseite unterhalb des großen Monitors. Sie zeigen verschiedene Aufnahmedaten und Kameraeinstellungen oder das Histogramm an. Fotografen passen die Einblendung der Information auf allen Anzeigen (Sucher, Monitor, oberes oder rückwärtiges Info-Display) individuell nach ihren Wünschen an. Dadurch sind wesentliche Aufnahmeinformationen immer ersichtlich. Sogar beim Tethered-Shooting oder bei Aufnahmen aus ungewöhnlichen Kamerapositionen.

Virtuelle Einstellräder auf dem Schulterdisplay

Für Benutzer, die die analogen Einstellräder vorheriger GFX Modelle schätzen, bietet die GFX100 eine Anzeigeoption an, bei der auf dem Schulterdisplay virtuell große Einstellräder eingeblendet werden. Diese können dann über das vordere und hintere Steuerrad bedient werden.

Weiterhin wurde die Anzahl der Tasten und Knöpfe der GFX100 auf ein Minimum reduziert. Somit soll eine möglichst einfache Handhabung der Kamera gewährleistet werden. Auf der Oberseite befindet sich links vom Sucher das Einstellrad für die Betriebsart. Es erleichtert dem Anwender den schnellen Wechsel zwischen Foto-, Video- und Serienbild-Modus. Für jeden Modus lassen sich spezifische Kameraeinstellungen speichern, sodass beim Wechsel der Betriebsart mit nur einer Einstellung sämtliche relevanten Parameter verfügbar sind.

Hochauflösender elektronischer Sucher und Touchscreen-Monitor

Zum Bedienkonzept gehören auch das Touchscreen-LCD auf der Rückseite der GFX100 sowie der abnehmbare elektronische Sucher. Der rückwärtige 8,1 cm (3,2 Zoll) große LC-Touchscreen-Monitor zeigt ein hochauflösendes Vorschaubild mit über 2,36 Millionen Bildpunkten und lässt sich in drei Richtungen schwenken.

Wie die GFX 50S hat die GFX100 darüber hinaus einen abnehmbaren elektronischen Sucher, der sich in Kombination mit dem optionalen Winkel-Adapter EVF-TL1 nach oben schwenken lässt. Der neue Sucher der GFX100 verfügt über ein hochauflösendes OLED-Display mit 5,76 Millionen Bildpunkten. Er wurde speziell für den 102-Megapixel-Sensor entwickelt und besitzt fünf optische Elemente, darunter eine asphärische Linse, die für eine 0,86-fache Vergrößerung des Sucherbildes sorgen. Je nach Motiv und Aufnahmesituation kann der Anwender zwischen drei Sucher-Modi wählen: „Bildrate Priorität“, „Auflösung Priorität“ und „AF-Geschwindigkeit Priorität“.

Die Fujifilm GFX100 wird ab Ende Juni 2019 erhältlich sein.

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