Fotofinishing erwies sich während der Corona-Pandemie als überaus krisensicher. (Foto: CEWE)

Das Geschäft mit dem Fotofinishing erwies sich während der Corona-Pandemie als äußerst krisen­fest. Während der stationäre Handel erhebliche Einbußen verzeichnen musste, blieb das überwiegend online abgewickelte Bildergeschäft auf gewohnt hohem Niveau, konnte sogar zulegen. Und auch 2021 begann bereits sehr vielversprechend.

Daniel Attalah, Gründer und Geschäftsführer des Online-Fotoservices Pixum, bewies im vergangenen Jahr geradezu hellseherische Fähigkeiten, als er in der November-Ausgabe der FOTOwirtschaft im Interview sagte: „Es gibt für uns keinen Grund anzunehmen, dass dieses Jahr nicht das beste Weihnachtsgeschäft in der Geschichte von Pixum werden kann.“

Tatsächlich zeigte sich das Geschäft mit Fotobüchern und anderen Fotomehrwertprodukten von der Corona-Pandemie weitgehend unbeeindruckt. Am Ende legte der Bildermarkt im Vergleich mit dem Vor-Corona-Jahr 2019 sogar in allen Bereichen zu.

Fehlende Anlässe zu fotografieren

Damit war im Vorfeld nicht unbedingt zu rechnen. Schließlich entfielen aufgrund von Corona zahlreiche Anlässe, bei denen traditionell viel fotografiert wird. So fanden in 2020 über 40.000 Hochzeiten weniger statt, als noch 2019. Großveranstaltungen grundsätzlich wurden verschoben oder abgesagt. Aufgrund von Grenzschließungen waren auch Urlaube nur sehr eingeschränkt möglich. Infolgedessen ging nach Angaben der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen e.V. die Anzahl der Urlaubsreisen um über 20 Millionen zurück.

Fotobücher gefragt wie nie

So gaben die Deutschen 2020 für Fotobücher insgesamt 310 Millionen Euro aus, 4 Millionen mehr als 2019. Da nur etwa 30.000 Bücher mehr produziert wurden als im Jahr zuvor, fand auch ein Trend seine Fortsetzung, der nun schon seit einigen Jahren erkennbar ist. Der Endverbraucher lässt sich das Fotobuch mehr kosten. Durchschnittlich geben Konsumenten heute rund vier Euro mehr für ein Buch aus, als noch 2016. Dies hängt natürlich auch damit zusammen, dass das Angebot mit der Zeit immer variantenreicher geworden ist. Sodass die Sortimente von Großlaboren wie CEWE und den angeschlossenen Fotodienstleistern heute Fotobücher für jeden Geldbeutel enthalten.

„Positiver Effekt“ des Lockdowns

Angesichts der rund 100.000 Todesfälle durch COVID-19 in Deutschland und vielen – zum Teil noch zu erwartenden – Pleiten und Insolvenzen klingt es geradezu zynisch, von einem positiven Effekt der Pandemie zu sprechen. Letztlich ist aber genau dies beim Fotofishing der Fall gewesen. Die Menschen verbrachtetn so viel mehr Zeit zuhause. Zeit, die so mancher zum Sichten der privaten Fotobestände und zur Gestaltung der eigenen vier Wände genutzt hat. Dabei spielten die eigenen Fotos eine besondere Rolle. Getreu dem Motto: „Wenn ich schon nicht raus darf, mache ich es mir hier drinnen hübsch“, gaben die Deutschen 134 Millionen Euro für Wandbilder aus. Auch sämtliche anderen Fotomehrwert-Sortimente, wie Poster, Postkarten, Fotokalender und Geschenkartikel legten im Wert zu.

CEWE mit gutem Start in 2021

Aktuell hat es nicht den Anschein, als würde sich 2021 daran etwas ändern. So startete etwa CEWE nach den ersten drei Monaten mit einer deutlichen Ergebnisverbesserung in das Jahr 2021. Entscheidender Erfolgsfaktor war erneut das gute Ergebnis im Kerngeschäftsfeld Fotofinishing. Mit einem kräftigen Wachstum von 9,0 Prozent legte der Fotofinishing-Umsatz auf 125,0 Mio. Euro im Vergleich zum Vorjahr (Q1 2020 114,7 Mio. Euro) zu. „Unser Kerngeschäftsfeld Fotofinishing läßt CEWE insgesamt mit stabilem Ergebniswachstum durch die Zeit der Pandemie kommen“, sagt Dr. Christian Friege, Vorstandsvorsitzender der CEWE Stiftung & Co. KGaA.

Fotofinishing mit starker Entwicklung

Bei CEWE zeigen alle wichtigen Kennzahlen eine positive Entwicklung: Sowohl die Anzahl als auch der Wert pro Foto trugen zum Umsatzplus bei. Die Anzahl der verkauften Fotos stieg um 2,4 Prozent auf 520,1 Mio. Stück (Q1 2020: 508,1 Mio. Stück), der Umsatz pro Foto legte um 6,5 Prozent zu und erreichte damit 24,03 Cent pro Bild (Q1 2020: 22,57 Cent). Sowohl das CEWE Fotobuch, Wandbilder und Fotokalender als auch viele weitere Fotogeschenke konnten umsatzseitig – teilweise mit hohen zweistelligen Wachstumsraten – zulegen. Unterstützend wirkte dabei weiterhin der Pandemie-bedingte „Stay-at-home“-Effekt mit verstärkter Nachfrage nach Online-Angeboten.

Wenn mit sinkenden Corona-Fallzahlen und steigenen Impfzahlen eine schrittweise Rückkehr zur Normalität erreicht werden kann, sodass große Veranstaltungen, Familienfeiern, Urlaube und sonstige Events wieder möglich sind, wird auch wieder mehr fotografiert und womöglich noch mehr gedruckt.