Großer Andrang an den Einlässen wie hier 2018 war bei der photokina ein gewohntes Bild. Nach 70 Jahren ereilt die Imaging-Leitmesse das Aus. (Foto: Koelnmesse)

Die photokina wird bis auf Weiteres ausgesetzt. Dies gab die Koelnmesse heute bekannt. Rückgänge im Imagingmarkt zwingen den Veranstalter zu diesem hartem Schnitt.

Angesichts der weiter massiv rückläufigen Entwicklung in den Märkten für Imaging-Produkte hat die Koelnmesse entschieden, die Durchführung der photokina am Standort Köln vorerst auszusetzen. „Die Rahmenbedingungen der Branche bieten leider aktuell keine tragfähige Basis der internationalen Leitmesse für Foto, Video und Imaging“, sagt Gerald Böse, Vorsitzender der Geschäftsführung der Koelnmesse. „Dieser harte Schnitt nach einer 70-jährigen gemeinsamen Geschichte ist uns sehr schwergefallen. Die Entwicklung der Branche, mit der uns stets eine enge und vertrauensvolle Partnerschaft verbunden hat, schmerzt uns sehr. Aber wir stellen uns der Sachlage mit einer klaren, ehrlichen Entscheidung gegen die Fortsetzung der Veranstaltung, die leider für uns ohne Alternative ist.“

Neuausrichtung der photokina verpufft wirkungslos

Gerald Böse, Vorsitzender der Geschäftsführung der Koelnmesse: „Die Entscheidung gegen die Fortsetzung der photokina ist ohne Alternative.“
Gerald Böse, Vorsitzender der Geschäftsführung der Koelnmesse: „Die Entscheidung gegen die Fortsetzung der photokina ist ohne Alternative.“

Die photokina war seit 1950 für Generationen in Köln die erste Adresse für die Imaging-Industrie. Über all die Jahre zählte sie zu den besonders positiv und emotional besetzten Marken in der Messewelt. 2018 hatten Kölnmesse und Photoindustrie-Verband noch eine Neuausrichtung der photokina in Aussicht gestellt. Diese sah eine Terminverschiebung in das Frühjahr sowie eine jährliche Durchführung der Messe vor. Die Premiere der Neuausrichtung 2019 wurde dann jedoch abgesagt und auf 2020 verschoben. Aufgrund der Corona-Pandemie und der Absagen namhafter Aussteller wurde die Messe, die vom 27. bis zum 30. Mai 2020 stattfinden sollte, ebenfalls abgesagt. Die Veranstalter hatten als nächsten Termin den Mai 2022 angepeilt. Dazu wird es jetzt nicht mehr kommen.

„Gesamtlage mit dem Qualitätsanspruch nicht vereinbar“

„Diese konzeptionellen Veränderungen haben ebenso wie eine Turnusänderung und ein Terminwechsel die Situation der Veranstaltung aber letztlich nicht grundlegend verbessert“, so Geschäftsführer Oliver Frese, Chief Operating Officer der Koelnmesse. Zwar bemühte man sich, die Smartphone-Foto- und -Videografie sowie die Bildkommunikation z.B. via Social Media zu integrieren. Allerdings konnte dies den Ausfall großer Teile des klassischen Markts nicht kompensieren. So ist die Gesamtlage mit dem Qualitätsanspruch der photokina als einer weltweit renommierten Marke, die für höchste Qualität und Professionalität im internationalen Imaging-Markt steht, nicht vereinbar.“

Darbender Imagingmarkt für das Aus verantwortlich

Oliver Frese, Chief Operating Officer der Koelnmesse: „Die konzeptionellen Veränderungen haben die Situation der Veranstaltung letztlich nicht grundlegend verbessert.“
Oliver Frese, Chief Operating Officer der Koelnmesse: „Die konzeptionellen Veränderungen haben die Situation der Veranstaltung letztlich nicht grundlegend verbessert.“

Schon vor der Corona-Pandemie war der Imagingmarkt mit jährlich zweistelligen Rückgängen stark in Bewegung, argumentiert die Koelnmesse. Die Dynamik hat sich 2020 massiv verstärkt und war zuletzt mit einem Minus im Bereich um die 50 Prozent verbunden. Dies hat sich zur photokina in jüngerer Vergangenheit stark bemerkbar gemacht.

Seit 2014 hat die Koelnmesse gemeinsam mit dem Photoindustrie-Verband Konsequenzen aus der rückläufigen Entwicklung des Marktes gezogen. Mit grundlegenden Konzeptanpassungen sowie hohen Investitionen in neue Aussteller- und Besuchersegmente wollte man die Kurve kriegen.

photokina-Aus nach 70 Jahren – unabwendbarer Schritt

Die Koelnmesse hat ihre Entscheidung in enger Abstimmung mit dem Photoindustrie-Verband getroffen. PIV-Vorsitzender Kai Hillebrandt: „Unsere Partner in Köln haben alles getan, die photokina als globale Leitmesse zu erhalten. Die damit verbundenen Erwartungen der gesamten Imaging-Community hätte die Veranstaltung aber 2022 in der Tat nicht erfüllen können. Deshalb gehen wir seitens des Verbands diesen leider unabwendbaren Schritt mit. Wir bedanken uns beim Kölner Team für großartige gemeinsame 70 Jahre!“

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