Experte für Bilderrahmen: David Halbe, Geschäftsführer der Halbe Rahmen GmbH.

Über die Bedeutung von Bilderrahmen für die Innenraumgestaltung sowie über gefragte Designklassiker sprach FOTOwirtschaft-Chefredakteur Andreas Ohlberger mit dem Geschäftsführer der HALBE-Rahmen GmbH, David Halbe.

Herr Halbe, dank der immer besseren Bildqualität der heutigen Smartphones ist Fotodruck vielleicht beliebter denn je. Merken Sie das auch beim Absatz von Bilderrahmen?

David Halbe: Hochwertige Fine-Art-Prints sind sehr gefragt – auch die zeitlose Rahmung. Seit geraumer Zeit können wir beobachten, dass die Rahmung von Bildern beliebter ist als die rahmenlose Kaschierung auf Acrylglas, Alu-Dibond oder anderen Materialien, was sich auch in den Einrichtungstrends auf Instagram, Printerest & Co. beobachten lässt. Seit Monaten verzeichnen wir eine steigende Nachfrage nach Bilderrahmen. Ob die Umsatzsteigerung mit der Bereitschaft die schönsten Fotos auszudrucken oder mit der gewonnenen Zeit zur Verschönerung der eigenen vier Wände in Corona-Zeiten zu tun hat, kann ich nicht beurteilen.

Welche Rolle spielt denn der klassische Bilderrahmen heutzutage bei der Innenraumgestaltung?

Eine immer stärkere Rolle. Wie Vincent van Gogh sagte: „Ein Bild ohne Rahmen ist wie eine Seele ohne Körper“. Der Bilderrahmen ist die Bühne für ein Kunstwerk und dient der optischen Aufwertung eines Bildes. Er sollte dezent im Hintergrund bleiben und den Fokus auf den eigentlichen Star „das Bild“ lenken. Gerahmte Bilder sind ein fester Bestandteil in der Inneneinrichtung – und das nicht erst seit heute. Influencer und Designblogger auf Instagram sowie in Magazinen zeigen dem Konsumenten, wie gerahmte Bilder als Accessoire gekonnt perfekt in Szene gesetzt werden und wichtiges Element der Raumgestaltung sind.

Viele Experten führen den Boom beim Bilderdruck auf den Wunsch der Individualisierung des eigenen Wohnraums zurück. Wie können Bilderrahmen diesen Wunsch unterstützen?

Ein Bilderrahmen muss generell dem Bild schmeicheln und gleichzeitig mit der Umgebung harmonieren. Genauso vielseitig wie die Motive sind die Wohnungen und das Interieur. Daher muss der Rahmen zum Bild und dem späteren Platz in der Wohnung ausgesucht werden, was die Menschen auch tun. Wir beobachten, dass ein Bilderrahmen mit Bedacht ausgewählt wird und sind sehr erstaunt, welche tollen Rahmungen unsere Kunden auf Instagram & Co. posten.

Erlebt die Innenraumgestaltung in Zeiten der Corona-Pandemie einen neuen Höhepunkt, weil sich die Menschen öfter und länger zuhause aufhalten?

Vielleicht entdecken wir alle in Zeiten des Lockdowns und der eingeschränkten Freizeitmöglichkeiten, wie schön das eigene Zuhause und die Heimat ist. Baumärkte, Gartencenter, Möbelhäuser und die Fahrradbranche verzeichnen beispielsweise enorme Umsatz- und Absatzsteigerungen. Auch der Kunsthandel boomt in diesen ausgewöhnlichen Zeiten.

Kann man bei Bilderrahmen zwischen Klassikern und Trends unterscheiden?

Wir sind kein Freund von Trends. Aber vielleicht sind Designklassiker der Trend. Eine dezente, zeitlose und zugleich schlichte Rahmung wie zu Bauhauszeiten ist und war immer beliebt.

Welche Trends haben sich in der jüngeren Vergangenheit durchgesetzt und am Markt etabliert?

Holzrahmen werden immer beliebter. Wir beobachten eine steigende Nachfrage nach hochwertigen Ausführungen mit entspiegelten Museumsgläsern, Distanz Magnetrahmen mit Abstand zwischen Glas und Rückwand für einen besonderen Tiefeneffekt sowie individuellen großformatigen Rahmen.

Wie wichtig ist es heutzutage spezielle Rahmen für aktuell gefragte Bildformate, etwa für instax-Sofortbild, zu entwickeln und anzubieten?

Wir beobachten schon eine Nachfrage nach Rahmen für Sofortbildformate, allerdings ist diese noch auf sehr niedrigem Niveau.

Welche Bedeutung hat der anhaltende „Retro“-Trend, also die Wiederaufnahme der Form- und Farbgebung alter Designs, für das Geschäft mit Bilderrahmen?

Wir reden hier hauptsächlich über die Rahmung von Fotos, da finde ich Bilderrahmen-Trends schwierig zu definieren. Gerade in den letzten Tagen habe ich Bilder in Rahmen aus den schrillen 90er-Jahren gesehen. Diese gehen heute gar nicht mehr, weil sie in keinster Weise zum heutigen Design-Geschmack und der Einrahmungsphilosophie passen. Sie sind zu auffällig, zu ablenkend und auch zu speziell. Ein schlichter dezenter Rahmen aus einem schmalen kantigen silbernen Alu-Profil oder eine schwarze Holzleiste umschmeichelt jedes Foto und ist darüber hinaus zeitlos – auch ein Aspekt der Nachhaltigkeit.

Retro oder Modern – wie ist das Verhältnis im Sortiment von HALBE-Rahmen?

Unser beliebtestes Design ist über 45 Jahre alt und passt zu den aktuellen Kunstobjekten wie am ersten Tag der Markteinführung. Ist das jetzt Retro oder Modern? Unser Schwerpunkt liegt auf zeitlosem schlichten Design – wie der vor über 100 Jahren entwickelte Bauhaus-Stil, der puristisch, gradlinig und ohne Schnörkel ist. Ein solcher Stil war vor 100 Jahren beliebt und wird wohl auch noch in 100 Jahren jedes Bild in den Mittelpunkt rücken.

Als die Bilder digital wurden, sollten plötzlich auch die Fotorahmen digital werden. Plötzlich sind aber das gedruckte Bild und der klassische Rahmen wieder gefragt. Hat der digitale Fotorahmen noch eine Zukunft?

Digitale Bilderrahmen sind wenn überhaupt „nice to have“ und werden den klassischen Bilderrahmen nicht verdrängen, sondern ein Nischendasein führen. Die Fotografie lebt davon, einen unserer schönsten Momente im Leben festzuhalten und für die Ewigkeit zu konservieren. Dieses ist auch der Antrieb der Menschen, die schönsten Fotos aus der Bilderflut der Schnappschuss-Fotografie auf hochwertigen Trägermaterialien auszudrucken und in der Wohnung bzw. im Büro in Szene zu setzen – natürlich gerahmt.

Hier geht’s zum Angebot der Halbe-Rahmen GmbH!

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