Immer wieder sorgen Drohnen für Probleme im deutschen Luftraum. Dabei ist der Umgang mit Multikoptern in Deutschland seit 2017 einheitlich geregelt. (Foto: DJI)
Die zunehmende Verbreitung von Multikoptern hat Konsequenzen für den Flugverkehr in Deutschland. Die Deutsche Flugsicherung beklagt eine steigende Anzahl von Behinderungen durch Drohnen.

158 Behinderungen durch Multikopter haben Piloten im deutschen Luftraum im vergangenen Jahr gemeldet. Dies teilte die Deutsche Flugsicherung (DFS) dem Online-Statistikportal Statista auf Anfrage mit. Damit ist die Anzahl der Vorfälle gegenüber 2017 um fast 80 Prozent gestiegen. „Wir sehen die Drohnen nicht auf dem Radar und sie sind in der Regel zu klein, um von einem Piloten früh genug gesehen zu werden. Deshalb können sie gerade rund um Flughäfen zur Gefahr für Verkehrsflugzeuge werden“, so die DFS-Medienbeauftragte Anja Naumann.

Zwischenfälle überwiegend in der Nähe von Flughäfen

Die große Mehrheit der Zwischenfälle ereignet sich laut DFS im direkten Umland von Flughäfen. Drohnen erfreuen sich bei Konsumenten in Deutschland steigender Beliebtheit. Eine Schätzung geht für 2018 von rund 1,3 Millionen verkauften Drohnen aus. Umso wichtiger ist es, dass die Nutzer wissen, worauf sie achten müssen und was streng verboten ist.

Die Anzahl der Behinderungen durch Drohnen im deutschen Luftraum ist im vergangenen Jahr gegenüber 2017 um fast 80 Prozent gestiegen, vermeldet die Deutsche Flugsicherung (DFS). (Infografik: statista)
Die Anzahl der Behinderungen durch Drohnen im deutschen Luftraum ist im vergangenen Jahr gegenüber 2017 um fast 80 Prozent gestiegen, vermeldet die Deutsche Flugsicherung (DFS). (Infografik: statista)
Drohnen weiter auf dem Vormarsch

Die Drohen-Verordnung im Jahr 2017 hatte mit bundesweit vereinheitlichten rechtlichen Rahmenbedingungen eigentlich mehr Sicherheit geschaffen und die Bedingungen für professionelle Copter-Piloten vereinfacht. Eine EU-Verordnung sorgt 2018 für eine europaweite Vereinheitlichung. Jedoch sind für die Störfälle in der Luft wohl überwiegend Hobbypiloten verantwortlich. Denn Multicopter (auch „Fotodrohnen“ genannt) liegen laut Photoindustrie-Verband (PIV) weiterhin im Trend. Weltweit soll die Anzahl der verkauften Multicopter laut Berechnungen der Meinungsforscher von Tractica bis 2021 auf 67,9 Millionen steigen.

Drohnenführerschein in Deutschland Pflicht

In Deutschland gelten für Besitzer von Drohnen, Multikoptern und Flugmodellen seit dem 1. Oktober 2017 neue Regelungen. Darunter die Kennzeichnungspflicht für die Fluggeräte sowie der Kenntnisnachweis der Piloten sind zu beachten. Piloten von Drohnen mit einem Startgewicht von mehr als zwei Kilogramm benötigen einen so genannten Drohnen-Führerschein. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Drohne gewerblich oder privat genutzt wird. Fliegen ohne Führerschein kann ein empfindliches Bußgeld nach sich ziehen. Zugleich entfällt der Versicherungsschutz der Drohnen-Haftpflichtversicherung für den Piloten.

Fotofachhandel erster Ansprechpartner

Zudem besteht für alle Modelle ab einem Startgewicht von über 250 Gramm eine Kennzeichnungspflicht. Das Drohnen-Kennzeichen besteht aus einer feuerfesten dauerhaften Plakette, die an der Drohne angebracht werden muss und die sowohl den Namen als auch die Anschrift des Eigentümers beinhaltet. Erster Ansprechpartner für den Drohnen-Kauf, Flug-Schulungen und die Anfertigung der Plaketten ist der Fotofachhandel. Informationen über „No-Fly-Areas“ finden Sie außerdem im Internet auf den Seiten der Deutschen Flugsicherung (www.dfs.de) oder beim Bundesverband Copter Piloten e.V. (www.bvcp.de).