Anlässlich des Safer Internet Day 2019 am 29. Januar veranstalteten das Bundes-Justizministerium und der Digitalverband Bitkom eine Konferenz zum Thema Digitales Bezahlen.
Anlässlich des Safer Internet Day 2019 am 29. Januar veranstalteten das Bundes-Justizministerium und der Digitalverband Bitkom eine Konferenz zum Thema Digitales Bezahlen.

Digitales Bezahlen wird zunehmend Teil des Verbraucheralltags. Anlässlich des Safer Internet Day 2019 widmeten das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) und der Digitalverband Bitkom e.V. dem Thema eine eigene Konferenz. Deren Motto lautete: ‚Das Konto immer dabei. Neue digitale Bezahlmethoden – ein Plus für die Verbraucherinnen und Verbraucher?‘. Die Veranstaltung im dbb forum Berlin behandelte Chancen und Risiken neuer Bezahlmethoden.

„Datenschutz bedeutet Schutz von Privatsphäre und Selbstbestimmung“

Dr. Katarina Barley, Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz mahnte an, bei den vielen Vorteilen, die Digitales Bezahlen mit sich bringt, den Datenschutz nicht außer acht zu lassen. „Datenschutz bedeutet Schutz von Privatsphäre und Selbstbestimmung“, sagte Barley.

Wirtschaft ist gefordert, gute und sichere Modelle zu entwickeln

Neue digitale Bezahlmethoden bringen zwar viele Vorteile – für Kundinnen und Kunden als auch für den Einzelhandel. Es sei aber wichtig, Datensicherheit von Anfang an mitzudenken, so die Ministerin. Verbraucherinnen und Verbraucher werden neue Bezahlmethoden erst akzeptieren, wenn sie ihnen vertrauen und das Bezahlen damit gleichzeitig unkompliziert möglich ist. Hier liege der Ball im Feld der Wirtschaft, erklärte Barley, gute und sichere Modelle zu entwickeln.

Nibelungen-Treue der Deutschen zum Bargeld

Bitkom-Präsident Achim Berg kritisierte bei der Konferenz die Nibelungen-Treue der Deutschen zum Bargeld. „Bei uns heißt es oft noch ‚Cash only‘. In anderen Ländern wie Dänemark lautet das Motto dagegen ‚No Cash‘. Und so brauchen die Dänen nur 10 Minuten für ihre Steuererklärung, während man bei uns stundenlang Kassenzettel zusammensucht und ordnet.“

„Vorteile des mobilen, kontaktlosen Bezahlens liegen auf der Hand“

Schon bald werden sich auch bei uns digitale Bezahlformen durchsetzen, glaubt der Bitkom-Präsident. Insbesondere das mobile, kontaktlose Bezahlen hat Berg im Fokus, denn die Vorteile liegen auf der Hand. „Es spart Verbrauchern Zeit und reduziert lange Schlangen an Kassen oder Fahrkartenautomaten.“

Der Einzelhandel profitiert gleich in mehrfacher Hinsicht

Auch die Einzelhändler können vom digitalen Bezahlen profitieren, so Berg. Sie hätten beispielsweise weniger Ausgaben für Verwaltung, Transport und Schutz von Bargeld. Nicht zuletzt erschwere das digitale Bezahlen Steuerhinterziehung und Schwarzarbeit. Berg ruft dazu auf, das digitale Bezahlen für alle so komfortabel und sicher wie möglich zu machen.“

Near Field Communication“ (NFC) ist der Schlüssel

Anlässlich des Safer Internet Day hat Bitkom in einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage unter 1.005 Menschen in Deutschland die Verbrauchersicht auf das mobile Bezahlen untersucht. Demnach hat fast jede/r dritte BundesbürgerIn (30 Prozent) schon per Smartphone oder Smartwatch mobil bezahlt, meist über „Near Field Communication“ (NFC).

26 Prozent der BundesbürgerInnen haben solche NFC-Dienste bereits genutzt. Vor allem beim Einkaufen ist mobiles Bezahlen beliebt. Wer mobil zahlt, hat das meist im Supermarkt getan (53 Prozent) oder hat auf diesem Weg Mode, Technik oder Möbel eingekauft (34 Prozent der Mobile Payment Nutzer). Jeder Sechste (16 Prozent) hat so Fahrkarten im öffentlichen Nah- und Fernverkehr gekauft.

Zeitersparnis beim Einkaufen ist der größte Pluspunkt

Größter Pluspunkt beim Mobile Payment ist für die meisten die Zeitersparnis. Vier von zehn Nutzern (38 Prozent) sind hierdurch schneller durch die Kasse im Geschäft gekommen. Trotzdem berichten sie auch von negativen Erfahrungen. Bei drei von zehn Mobilzahlern (29 Prozent) haben andere Personen den Vorgang skeptisch beäugt oder skeptisch kommentiert. Bei jedem Fünften (19 Prozent) kannten sich die KassiererInnen an den Kassen nicht mit dem Bezahlvorgang aus.

Sicherheitsbedenken halten noch viele Konsumenten ab

Wer noch nicht mit Smartphone oder Smartwatch zahlt, hat häufig Sicherheitsbedenken. Sechs von zehn NichtanwenderInnen (60 Prozent) führen dies als Hauptgrund für ihre Zurückhaltung an. Für drei von zehn (28 Prozent) ist das mobile Bezahlen zu kompliziert, 13 Prozent der Nicht-AnwenderInnen wussten bisher gar nicht, dass es möglich ist per Smartphone oder Smartwatch zu zahlen.

Unabhängig davon, so das Umfrageergebnis, könnte inzwischen fast die Hälfte der BundesbürgerInnen auf Bargeld verzichten (44 Prozent der Bevölkerung ab 16 Jahren). Im Vorjahr gaben dies erst 40 Prozent an.