Fotostudios und -fachhandel dürfen auch weiterhin Passbilder für Personalausweise und Reisepässe erstellen, müssen sie aber gesichert digital an die Behörden übermitteln. Das entsprechende Gesetz wurde heute vom Bundesrat verabschiedet. (Foto: Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat)

Passbilder dürfen auch weiterhin im Fotostudio oder beim Fachhändler erstellt werden. Der Bundesrat stimmte in seiner heutigen Sitzung am 27. November 2020 den neuen Vorgaben für Personalausweise und Reisepässe zu, die der Bundestag am 5. November 2020 beschlossen hatte.

Ab Mai 2025 sind nur noch digitale Passbilder für die Erstellung von Personalausweisen und Reisepässen erlaubt. Diese erstellen einerseits die Behörden selbst, aber auch – das ist die gute Nachricht – Fotofachhändler und Studiofotografen sind weiterhin mit im Boot. Aufgrund der neuen Vorgaben, so erhofft es sich die Bundesregierung, sinke die Gefahr von Fälschungen und Manipulationen, speziell durch das so genannte Morphing. So hatte es der Deutsche Bundestag in seiner Sitzung am 5. November 2020 beschlossen.

Fotostudios und -fachhändler atmen auf

Die Gesetzesvorlage, die nun auch ohne Änderung den Bundesrat passierte, lässt dem Antragssteller eine Wahlmöglichkeit für die Fotoaufnahme. Demnach können Passbilder zwar vor Ort in Behörden erstellt werden – ein Zwang dazu besteht allerdings nicht. Vielmehr dürfen Bürgerinnen und Bürger auch weiterhin wählen, ob sie sich in einem Fotostudio oder im Amt aufnehmen lassen.

Sichere Übermittlung der Passbilder an die Behörde

Einzige Bedingung: Der Dienstleister stellt eine sichere Übermittlung der Bilder an die Passbehörde sicher. Im Rahmen der elektronischen Übersendung erfolgt zugleich eine Überprüfung, ob das digitale Foto biometrietauglich ist.

Darüber hinaus wird mit dem Bundestagsbeschluss eine Speicherpflicht für zwei Fingerabdrücke im Chip des Ausweisdokuments eingeführt. Diese gilt ab dem 2. August 2021 – im Einklang mit einer entsprechenden EU-Verordnung, die die Speicherpflicht europaweit vorgibt.

Elektronische Übermittlung von Passbildern ab 2025

Das Gesetz wird nun über die Bundesregierung dem Bundespräsidenten zur Unterzeichnung zugeleitet, ehe es im Bundesgesetzblatt erscheint. Es tritt im Wesentlichen am Tag nach der Veröffentlichung in Kraft. Die Vorgabe zur elektronischen Fotoübermittlung tritt aufgrund einer längeren organisatorischen und technischen Umsetzungsfrist erst ab dem 1. Mai 2025 in Kraft.

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