Bargeldlos bezahlen, mit der Girocard oder dem Smartphone, hat sich während der Corona-Pandemie als vermeintlich hygienischste Zahlungsmethode etabliert. (Foto: Girocard.eu)Bargeldlos bezahlen, mit der Girocard oder dem Smartphone, hat sich während der Corona-Pandemie als vermeintlich hygienischste Zahlungsmethode etabliert. (Foto: Girocard.eu)

Immer mehr Deutsche wollen überall bargeldlos bezahlen. Unter den Jüngeren fordern neun von zehn Deutschen ein Recht auf bargeldloses Bezahlen.

Schilder wie „Bitte nach Möglichkeit bargeldlos bezahlen“ oder „Hier nur Kartenzahlung“ sind seit Corona an vielen Verkaufspunkten im Einzelhandel zu finden. Bislang obliegt die Entscheidung über bargeldloses Bezahlen dem Geschäftseigentümer. Dies sollte bald der Vergangenheit angehören, wenn es nach dem Willen einer breiten Mehrheit der Bundesbürger geht. Rund drei Viertel (74 Prozent) unterstützen die Forderung, dass man künftig an jedem Verkaufspunkt die Möglichkeit haben sollte, auch digital und damit bargeldlos – etwa mit der Girocard oder dem Smartphone –, zu bezahlen.

„Niemand sollte gezwungen werden, Bargeld bei sich zu tragen“

Dies ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Digitalverbands Bitkom, für die Bitkom Research mehr als 1.000 Personen ab 18 Jahren in Deutschland befragte. „Wir brauchen echte Wahlfreiheit beim Bezahlen. Es geht nicht darum, das Bargeld abzuschaffen, sondern den Kundinnen und Kunden an jedem Ort die freie Entscheidung zu überlassen, wie sie bezahlen möchten“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. „Niemand sollte mehr gezwungen werden, ständig Bargeld bei sich zu tragen.“

2020 überholte bargeldloses Bezahlen erstmals Münzen und Scheine

Die Erkenntnis, dass sich bargeldloses Bezahlen auf dem Vormarsch befindet, ist nicht neu. Schließlich landeten schon 2020 56,3 Prozent des stationären Handelsumsatzes digital per Karte in den Kassen des Handels. Nur noch 40,9 Prozent machte der Baranteil aus. Dies ist ein Ergebnis der Studie „Zahlungssysteme im Einzelhandel 2021“ des Handelsforschungsinstituts EHI Retail Institute GmbH. Studienautor Horst Rüter erklärt: „Die Corona-Krise hat den Rückgang des Barumsatzes im stationären Handel um mindestens drei Jahre beschleunigt. Karten sind – neben dem deutlich gewachsenen Online-Geschäft – die eindeutigen Gewinner der Krise.“

Bargeldlos bezahlen mit Karte und Smartphone

Wie EHI Retail ermittelt hat, ist die girocard mit einer Steigerung des Umsatzanteils von 6,5 Prozentpunkten – das entspricht 24,8 Mrd. Euro – deutlich vor den Kreditkarten (plus 0,9 Prozentpunkte) der Gewinner im Zahlungsmix des stationären Handels. Kontaktloses und zunehmend auch mobiles Bezahlen sind wesentliche Treiber dieser aktuellen Entwicklung. Zurzeit liegt der Anteil der kontaktlosen Transaktionen der girocard bei 60 Prozent und macht rund 55 Prozent des gesamten girocard-Umsatzes aus. Bei den Kreditkarten liegt der Kontaktlosanteil sogar noch rund 15 Prozentpunkte höher. Mobiles Bezahlen per Smartphone bewegt sich mit steigendem Trend in einer Größenordnung zwischen 5 und 10 Prozent aller kontaktlosen Transaktionen.

Mindestens eine digitale Bezahlmöglichkeit in allen Geschäften

Vor allem Jüngere fordern, dass alle Geschäfte, Restaurants oder andere Verkaufsstellen mindestens eine digitale Bezahlmöglichkeit anbieten müssen. Eine Forderung die genauso bei den älteren Jahrgängen dominiert. Neun von zehn (87 Prozent) der 18- bis 29-Jährigen unterstützen das. Bei den 30- bis 49-Jährigen sind es immerhin 75 Prozent, bei den 50- bis 64-Jährigen sogar 76 Prozent. Und selbst unter den Seniorinnen und Senioren ab 65 Jahre spricht sich eine deutliche Mehrheit von 64 Prozent dafür aus.

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