Heute startet Apple Pay in Deutschland. Der Digitalverband Bitkom erwartet vom Start des Bezahldienstes einen Schub für das Mobile Payment, das Bezahlen mit dem Smartphone, in Deutschland. (Foto: Apple)
Der Digitalverband Bitkom erwartet mit dem Start des Bezahldienstes Apple Pay einen Schub für das Mobile Payment, das Bezahlen mit dem Smartphone. Bereits heute gibt es zahlreiche Angebote von Tech-Unternehmen, Banken, Sparkassen und Startups.

Mobile Payment, das Bezahlen mit dem Smartphone im Shop, ist in aller Munde, doch durchgesetzt hat es sich in Deutschland noch nicht. Heute startet der Bezahldienst von Apple, „Apple Pay“ in Deutschland. Der Digitalverband Bitkom erhofft sich davon einen Bedeutenden Schub für das Mobile Payment in Deutschland. Allerdings gilt der deutsche Konsument gemeinhin als eher konservativ und weiterhin dem Bargeld zugeneigt. Doch in den kommenden Jahren, so der Bitkom, erwartet die Mehrheit der Bundesbürger einen Durchbruch für das elektronische Bezahlen. Bereits heute geht nur noch jeder fünfte Bundesbürger (21 Prozent) davon aus, dass auch in 20 Jahren hierzulande Bargeld noch das dominierende Zahlungsmittel sein wird. Jeder Dritte (35 Prozent) glaubt dagegen, dass es damit bereits spätestens in 10 Jahren vorbei ist.

Global P(l)ayer in Deutschland aktiv

„Nach Google Pay sind mit dem Start von Apple Pay seit heute in Deutschland zwei internationale Player für das mobile Bezahlen auch im deutschen Markt aktiv“, sagt Julian Grigo, Bereichsleiter Digital Banking & Financial Services beim Digitalverband Bitkom. „Daneben gibt es auch bei Sparkassen und Banken eigene Initiativen. Und auch Startups und der Handel arbeiten an eigenen Lösungen. Damit gibt es immer mehr Möglichkeiten für die Kunden, mobile Bezahldienste an der Ladenkasse zu nutzen. Sicher ist deshalb: Mobiles Bezahlen wird sich auch in Deutschland Schritt für Schritt etablieren.“

Bundesbürger bei Mobile Payment noch zurückhaltend

Nach einer Bitkom-Umfrage sagen 3 von 5 Smartphone-Nutzern (59 Prozent), dass sie ihren Einkauf nie mit dem Smartphone bezahlen. Während in Nachbarländern wie Dänemark das Bezahlen mit dem Smartphone schon seit Jahren weit verbreitet ist, sind viele Bundesbürger noch zurückhaltend. Smartphone-Nutzer, die auf das Bezahlen mit dem Smartphone grundsätzlich verzichten, nennen als Hauptgrund Sicherheitsbedenken. 6 von 10 (61 Prozent) sorgen sich, dass Hacker auf diese Weise auf ihr Konto zugreifen könnten.

30 Prozent geben an, der Bezahlvorgang mit dem Smartphone sei ihnen zu kompliziert und 13 Prozent finden, das Bezahlen mit dem Smartphone dauere zu lange. 8 Prozent beklagen, dass sich die Mitarbeiter an den Kassen nicht mit dem Smartphone-Bezahlen auskennen. 6 Prozent sagen, dass in den von ihnen besuchten Geschäften ein Bezahlen mit Smartphone nicht möglich ist.

Bitkom fordert elektronische Bezahlmöglichkeit überall

Der Bitkom setzt sich für eine gesetzlich garantierte Wahlfreiheit der Kunden an der Kasse ein. „Wir wollen, dass man überall mindestens eine gängige elektronische Bezahlmöglichkeit nutzen kann. Egal ob im Geschäft, Restaurant und Bar oder auch am Ticketautomaten – kurz: an jedem Point-of-Sale“, sagt Banking-Experte Grigo. Davon würden Kunden, Gastronomen, Händler und der Staat gleichermaßen profitieren.

Kontaktloses Bezahlen sei schneller als das Hantieren mit Wechselgeld und damit ein wirksames Mittel gegen Warteschlangen. Zudem bringe elektronisches Bezahlen Händlern mehr Umsatz, etwa durch den Einsatz von einfachen und komfortablen Kundenbindungsprogrammen. Zugleich könnten Händler ihre Buchhaltung direkt an die Bezahlsysteme anschließen. Da es dank elektronischen Bezahlens schwieriger wird, sich der Besteuerung zu entziehen, werde die Schattenwirtschaft eingeschränkt und das Steueraufkommen steigen.

Hier können Sie heute schon mit Apple Pay und Google Pay bezahlen
Infografik: Hier kann mit Apple Pay bezahlt werden | Statista
Infografik: Hier kann mit Google Pay bezahlt werden | Statista

 

Infografik: Hier kann mit Google Pay bezahlt werden | Statista
Infografik: Hier kann mit Google Pay bezahlt werden | Quelle: Statista