Light hat in Europa mit der Auslieferung der Light L16 begonnen. Die Kamera besitzt 16 Objektive und drei verschiedene Brennweiten. In Sachen Bildergebnisse soll sie mit DSLR-Kameras mithalten können. (Foto: Light)
Was lange währt wird endlich gut. Im März hat der US-Kamerahersteller Light in Europa mit der Auslieferung der Light L16 begonnen. Die Kamera besitzt 16 Objektive mit drei verschiedene Brennweiten. In Sachen Bildergebnisse soll sie mit DSLR-Kameras mithalten können.

Drei Jahre sind vergangen, seit der US-amerikanische Hersteller Light mit dem Prototypen seiner außergewöhnlichen Digitalkamera für Aufsehen gesorgt hat. Danach war es jedoch still geworden um das Wunder-Ding im Smartphone-Format mit 16 Linsen. Auf der Consumer Electronics Show (CES) 2018 in Las Vegas zur besten Innovation im Bereich „Digital Imaging“ gekürt, ist die L16 jetzt auch tatsächlich zu haben – für alle, die es sich leisten und die warten können. Aktuell befindet sich die erste Produktionsreihe der Light L16 Kameras in der Auslieferung an die damaligen Vorbesteller. Sie ist restlos ausverkauft.

16 Linsen für ein Halleluja Foto

Mit ihren Abmessungen (165mm × 85mm × 24mm) und einem Gewicht von 435 Gramm ähnelt die Light L16 auf den ersten Blick einem aus der Form geratenen Smartphone. Bei genauerem Hinsehen offenbart sich dann schnell, dass es sich hier um etwas anderes handeln muss. Sage und schreibe 16 Objektive haben die Ingenieure von Light auf der Vorderseite der Kamera verbaut. Dabei handelt es sich um jeweils fünf Festbrennweiten mit 28 mm mit f/2.0 und 70 mm mit f/2.0 und sechs Festbrennweiten 150 mm mit f/2.4.

Jeder der 16 Bildsensoren verfügt über eine Auflösung von 13 Megapixel. Insgesamt gibt der Hersteller als Auflösung 52+ Megapixel an. Aufgrund der drei verschiedenen Brennweiten der Objektive, beginnt der Nahbereich der Light L16 bei 10 cm (Brennweite 28mm). Bei 70 mm Brennweite sind es 40 cm, bei der 150 mm Brennweite ein Meter. In Sachen Lichtempfindlichkeit arbeitet die L16 mit ISO 100 bis ISO 3200, bei Verschlusszeiten von 1/8000 s bis 15 s.

Light L16 kommt ohne optischen Zoom aus

Um die „hosentaschentaugliche“ flache Konstruktion der Kamera zu gewährleisten, wurden die Objektive mit einem vorgesetzten Spiegel im rechten Winkel zur Aufnahmerichtung eingebaut. Und dies ist längst nicht die einzige Innovation, mit der sich die Light L16 von handelsüblichen Kompaktkameras unterscheidet. So sucht man bei der L16 einen optischen Zoom vergebens. Vielmehr ist es den Herstellern gelungen, über digitale Bildbearbeitung und das Zusammenfügen mehrerer Teilbilder aus bis zu zehn der eingebauten Kamera-/Sensor-Kombinationen, einen fünffachen Zoombereich zu erzielen.

Evolution der Digitalfotografie

Mit der L16 ist nun zum ersten Mal eine Consumerkamera auf dem Markt, die eine echte Evolutionsstufe der Digitalfotografie darstellt. Digitalisierung 2.0, könnte das passende Stichwort lauten, denn die Light-Konstrukteure schafften es, unzählige bislang analoge Bauteile einer Kamera durch digitale Lösungen zu ersetzen. Zwar kommen auch weiterhin optische Bauteile zum Einsatz, doch anders als bei heute handelsüblichen Geräten, übernehmen Chipsätze und Software eine Vielzahl der Aufgaben.

Ob die Bildqualität der Light L16 tatsächlich mit der heute erhältlicher Spiegelreflex-Kameras oder Systemkameras konkurrieren kann, werden die unabhängigen Tests der Fachmedien zeigen. Dies wird schließlich auch den Ausschlag geben, ob der hohe Preis – Light ruft für die L16 in Europa 2,050 Euro auf – gerechtfertigt ist.

Lesen Sie hier einen Kommentar von Rollei-Geschäftsführer Thomas Güttler zum Light L16: Kommentar: „L16 sieht aus wie ein Schweizer-Käse-Smartphone“